Archiv für Juni 2010
Social Media: Aufruf zum BP Boykott
Nach Nestlé bekommt nun auch BP eine Lehrstunde in Sachen Social Media. Nach der Ölkatastrophe wird BP nun nicht nur durch die amerikanische Regierung und Greenpeace unter Druck gesetzt, auch eine facebook Fanseite stellt den Konzern an den Pranger und ruft zum Boykott auf. 744.469 Fans zählt die Seite und die Tendenz ist stark steigend.

Zwei Fragen, die sich aus Sicht eines Headhunters zu diesem Thema stellen: Würden Sie BP boykottieren? Und: Was würden Sie als Kommunikationsexperte tun?
Berufsbezeichnung: Something
Der Trend Redaktionen abzubauen ist unübersehbar. Die großen Verlage setzen auf Abbau der Fixkosten, auf Content Syndication und auf Nutzung von Synergien. Das jüngste Beispiel ist Burda, das Flaggschiff Focus bot 280 Mitarbeitern Abfindungen an.
Was aber macht ein Journalist, wenn er nicht schreiben kann? Er tut das, was er nebenbei ohnehin getan hat, er schreibt auf seinem eigenen Blog und reiht sich ein, in die Riege der Blogger, die ihm irgendwie aber auch am Stuhlbein gesägt hat, denn Blogs sind mittlerweile nun mal Meinungsbildner und oft genug auch Meinungsführer.
Was der Headhunter dann beobachten kann: Der Journalist zieht eine Tür weiter und geht zur PR Agentur bzw. eröffnet eine solche. Die Zahl kleiner PR Agenturen nimmt auffallend schnell zu. Der Atomiserungsprozess ist dabei aus zwei Seiten zu beobachten: Zum einen wechselt wie gerade beschrieben der Journalist auf die Agenturseite, zum anderen schlägt aber auch die Gehaltspolitik der PR Agenturen zu und fordert personelle Opfer. Nicht selten war es in den vergangenen Jahren zu beobachten, das junge Mitarbeiter von namhaften PR Agenturen ihr „Hobby“ durch einen Nebenjob in Kneipe oder Taxi finanzieren mussten, da die Gehälter in den unteren Bereichen als homöopathisch zu bezeichnen sind. Aus Kundensicht dramatisch, denn der Kunde bezahlt den Agentur Chef, von dem er zu Beginn der Geschäftsbeziehung betreut wird und mit dem er dann noch einmal groß zum Essen geht, bevor der Juniorberater die Kundenbeziehung übernimmt, die er dann natürlich mitnimmt, wenn er seine eigene kleine Agentur gründet.
Bis hierhin könnte man die Verschmelzung mit einer neuen Berufsbezeichnung als der „PR-Journalist“ kategorisieren. Nun aber kommt ein neues Element dazu: Social Media. Wer schreibt hat Text und die kann er auch in facebook Gruppen einstellen, so die landläufige Meinung in vielen Konzernen. Zwei Drittel aller Konzerne folgt diesem Denken und hat demzufolge keine Kommunikationsstrategie. Der „PR-Jounalist“ wird demzufolge zum „Social-PR-Journalist“ und stellt seine Texte nun auch in facebook Gruppen. Vereinzelt konnten auch Phänomene beobachtet werden, dass eine „Social-PR-Journalistin“ auch gleich zur rechten Hand des Unternehmers mutierte oder in einem anderen Fall entstand eine „Social-PR-Marketing-Journalistin“.
Berufsbezeichnung: Something. Irgendwie alles und alles irgendwie Kommunikation.
Was bei dieser Berufsabezeichnung allerdings untergeht ist die Tatsache, dass Social Media dummerweise mehr als nur nette Texte bedeutet. Der extrem effiziente Bereich der Apps ist hierbei komplett ausgeklammert, für ein professionelle Monitoring bleibt keine Zeit, der Multiplikator “Vernetzung” bleibt außen vor und Strategie ist nicht existent.
Kommunikation: Gedanken zum Wochenende
In den letzten Tagen konnte man sehen, dass der Ölkonzern BP Suchmaschinentreffer gegen den Imageverlust kauft, der aus der Ölkatastrophe entstanden ist. PR Spezialisten und besonders solche, die Krisenmanagenent beherrschen, sind in solchen Fällen sehr gefragt.
Anders als BP, die ihre Kommunikationskrise aktiv angehen, hat Nestlé beschlossen, die Krise, die im Fall KitKat entstanden ist, auszusitzen. In der facebook Gruppe (die man zuvor noch in einem Akt der Verzweiflung geschlossen hatte) wird es mittlerweile ruhig. Greenpeace hat sich anscheinend neue Kriegsschauplätze gesucht – es tauchen nur vereinzelt Postings von Aktivisten auf.
Nestlé hat die Aktion also erfolgreich ausgesessen. Passend zu einem Pausensnack wird nun diskutiert, ob die Vuvuzelas auch mal Pause machen sollen, weil sie zu laut sind. Erfolgreich scheint auch die Strategie zu sein, alte Werbespots zu präsentieren, die den User durch witzige Machart zum Schmunzeln bringen.
Die Frage, die uns als Headhunter interressiert: Wie gehen die Kommunikationsspezialisten, mit denen wir reden mit solchen Themen um? Wir wollen als Headhunter diesmal keinen Lebenslauf, sondern eine Meinung.
Wir freuen uns auf den Dialog mit PR- und Kommunikationsprofis!
Social Media Umfrage
Es ist nichts Neues, dass Plattformen wie Xing zur Rekrutierung von Arbeitskräften herangezogen werden ebenso wenig wie die Tatsache, dass solche Plattformen dem einen oder anderen Arbeitnehmer aufgrund unvorsichtiger Postings oder dem einen falschen Foto den Job gekostet haben. Neu mag es sein, dass ein Headhunter mit Umfragen startet, um ein Stimmungsbarometer der Social Media Welt zu erstellen.
Damit die Befragung nicht ermüdet, wird sie in mehrere Wellen untergliedert. Kurz und knapp, schließlich wollen wir ja auch nicht Schuld sein, dass jemand seinen Arbeitsplatz verliert, weil er zu lange im Headhunter Fragebogen geklickt hat.
Die Umfrage wird durch einfache Polls gestützt und ist mit vielen Möglichkeiten der Interaktion versehen, der Dialog ist uns das Wichtigste. Und damit nicht nur Geschäftsfreunde von ven*net international an der Umfrage teilnehmen, wird ein verschlüsselter Link (http://bit.ly/aF39OO) von einer Guerilla Marketing Agentur in soziale Netze gestreut.
accept no compromise
Accept no compromise war einst der Claim eines finnischen Online Brokers. Es war aber weit mehr als nur ein Claim, es war eine Lebenseinstellung und es war ein Schlachtruf. Accept no compromise hat sich seit heute auch ven*net international auf die Fahnen geschrieben: SIE können sich nur die Besten leisten oder anders ausgedrückt, das Leben ist zu kurz für schlechte Mitarbeiter. UND: Führungskräfte sind zu teuer, um bei Xing nach Kandidaten zu suchen. Accept no compromise – WIR lösen Ihre Probleme!
Top Management und Social Media
Das Schlagwort Social Media ist in aller Munde. Facebook gewinnt rapide neue Mitglieder. Der Aufbruch in neue Welten wird aber sein wie immer: Management by Telefon. Der Top Manager hört das Stichwort “15 Millionen Menschen aus dem deutschsprachigen Raum sind bei facebook”, greift reflexartig zum Telefonhörer und fragt seine Sekretärin oder einen Praktikanten “Sind wir denn schon bei facebook?”
Was dann kommt hat eine lange Tradition. Das Middle Management wird aktiv. Keiner weiß so recht warum, aber das Ziel ist klar: Wir müssen dabei sein.
Nur jeder zehnte Top Manager ist laut W&V selbst in sozialen Netzen aktiv. So verwundert es also nicht, dass es kaum Social Media Strategien gibt. Die PR Abteilung übernimmt also qua Texte schreiben strategische Funktionen. Nur ein Drittel aller deutschen Firmen haben eine Social Media Strategie.
Social Media kompatible Manager sind also eindeutig Mangelware auf dem deutschen Markt. Die Frage an dieser Stelle: wie viel Social Media braucht eine Headhunting Company? Muss sie twittern? Wer folgt einer Headhunter Fanseite auf Facebook und “outet” sich somit für seinen Arbeitgeber? Ist es als Headhunter seriös, wenn man auf facebook Kandidaten sucht? Kann man sich mit einem Headhunter auf XING verlinken?
Social Media Strategien für Headhunter Firmen sind sicherlich vielschichtiger als bei anderen Marken. Einerseits muss sich ein Headhunter dort bewegen, wo sich auch der Markt befindet, andererseits darf der Pfad zwischen Seriosität und Kreativität nicht verlassen werden.
Was in der Social Media Strategie sicherlich nicht fehlen sollte, ist ein RSS Feed. Hier können sich Kunden dezent über neue Trends und Kandidaten über neue Positionen informieren.
Startschuss für das erster Open Innovation Projekt
Im klassischen Headhunting Business bekommt der Headhunter das Briefing von seinem Kunden und begibt sich dann auf die Jagd. Weil der Headhunter den Markt kennt, identifiziert er mögliche Kandidaten und präsentiert sie dem Kunden (auf die Analystetage von ven*net wird hier nicht vertiefend eingegangen).
In Open Innovation Prozessen stellt man die Welt auf den Kopf, nicht die kleine ausgewählte Forschungsgruppe steht im Mittelpunkt, sondern das gesamte Universum wird zur “Zielgruppe”.
Open Innovation darf man sich also nicht erklären lassen, man muss es spüren, man muss mitmachen. Aus diesem Grund sind wir seit gestern Mitmacher. Wir jagen nicht den Kandidaten, wir jagen dem besten Chutney des Landes nach, wir sind nun Mitglied in der Open Innovation Gruppe auf Facebook:
http://apps.facebook.com/unseraller/
Normalerweise testet man Software, bevor man an den Start geht. Unsere Kooperationspartner (innosabi, eine innovative Technologie Schmiede und eine Guerilla Marketing Agentur) haben sich jedoch entschlossen, gemäß der Open Innovation “Tradition” bereits die Beta Version an den Start zu bringen und Meinungen und Feelings einzuholen.
Am Dienstag fiel der Startschuss mit einer Eröffnungsparty in den Räumen von innosabi (Events und persönlicher Austausch sind wesentliche Bestandteile von Open Innovation Prozessen). Das erste Open Innovation Projekt startet mit Fernsehkoch Bernd Arold: Gesucht wird das beste Chutney des Landes.
Facebook User werden aufgefordert, ihre Wünsche und Ideen einzubringen – Marktforschung mit Mund-zu-Mund-Propaganda und spielerischen Elementen, Kommunikation der zeitgemäßen Art.
Damit das Projekt geschmacklich nicht aus dem Ruder läuft, wacht Bernd Arold als Profi über die Vorschläge der Teilnehmer und selbsverständlich wird er sich auch kochen. Der beste Vorschlag wird dann in seinem Restaurant Der Gesellschaftsraum auf der Karte zu finden sein.
Kurz nach dem Startschuss wurde bereits heftig diskutiert. Die Kombinationen Ingwer/Minze lag deutlich vorne, dicht gefolgt von einer zimtigen Zwetschgen Variante. Erstes Fazit: Open Innovation Marketing macht Spaß, ist kommunikativ und in diesem Fall auch extrem lecker…