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Hofnarren und andere nützliche Menschen

Es soll ja Unternehmensberater geben, die auf ihrer Visitenkarte HOFNARR stehen haben, eine wichtige Funktion, denn wer traut sich heute noch einem Vorstand oder Geschäftsführer die Meinung zu sagen? Zu groß ist oft die Angst vor Jobverlust.

ErhebeDeineStimme

Das Schweigen der “Lämmer” führt allerdings dazu, dass kreative Prozesse nicht mehr stattfinden. Die geistige Reibung ist verloren gegangen. Politische Traditionen wie die Protestbewegung der 60er Jahre findet man heute auch nur noch in einer zalando Werbung. Kreischende Statisten statt disputierender Kommunarden. Ob Uschi Obermaier entsetzt oder angesichts der Persiflage amüsiert ist, kann geraten werden. Fakt scheint, der Mensch als solcher ist unpolitischer geworden. Der Hedonismus der Moderne hat die politische Kultur verwässert und das nachmittägliche Hartz IV Fernsehen ist nicht unbedingt bildungsfördernd (auf die Frage, wo der ambitionierte Headhunter gebildete Kandidaten findet, wird hier nicht vertiefend eingegangen).

Die Twitter Reduktion auf 140 Zeichen verhindert jeglichen philosophischen Denkansatz und gipfelt symbolisch im Werbeslogan der Bild Zeitung: Ich geh nur mal kurz kacken. Der Gruppe „Nicht jede seelische Blähung muss in Facebook veröffentlicht werden“ beizutreten, half wenig, um einen echten Gegentrend auf die Beine zu stellen. Und dennoch ist eine zunehmende Re-Politisierung festzustellen. Der unpolitische Ich-Sender moderner Prägung verlangt nach seinem Mittwitterrecht (Mitsprache mit ganzen deutschen Sätzen war früher…).

Die klassische Markenwelt konkurriert mit dem auf 140 Zeichen reduzierenden Ich-Sender und auch politische Themen müssen sich in den „ich-geh-mal-eben-kacken-Datenfluss“ einreihen. Die politische Aussage erliegt der Echtzeitkommunikation, das hat uns die Stuttgart 21 „Diskussion“ gezeigt. Jeder Trend aber, so weiß die Wissenschaft, erzeugt einen Gegentrend und so begrüßen wir Facebook Seiten wie:

Erhebe deine Stimme!

Als Headhunter unterstützen wir die Initiative “Erhebe deine Stimme” und freuen uns auf eine rege Diskussion. Raus aus zeitnahen Meetings und Endlos-Abstimmschleifen. Rein ins volle Leben.

Social Media: Aufruf zum BP Boykott

Nach Nestlé bekommt nun auch BP eine Lehrstunde in Sachen Social Media. Nach der Ölkatastrophe wird BP nun nicht nur durch die amerikanische Regierung und Greenpeace unter Druck gesetzt, auch eine facebook Fanseite stellt den Konzern an den Pranger und ruft zum Boykott auf. 744.469 Fans zählt die Seite und die Tendenz ist stark steigend.

BP

Zwei Fragen, die sich aus Sicht eines Headhunters zu diesem Thema stellen: Würden Sie BP boykottieren? Und: Was würden Sie als Kommunikationsexperte tun?

Social Media Umfrage

Es ist nichts Neues, dass Plattformen wie Xing zur Rekrutierung von Arbeitskräften herangezogen werden ebenso wenig wie die Tatsache, dass solche Plattformen dem einen oder anderen Arbeitnehmer aufgrund unvorsichtiger Postings oder dem einen falschen Foto den Job gekostet haben. Neu mag es sein, dass ein Headhunter mit Umfragen startet, um ein Stimmungsbarometer der Social Media Welt zu erstellen.

Damit die Befragung nicht ermüdet, wird sie in mehrere Wellen untergliedert. Kurz und knapp, schließlich wollen wir ja auch nicht Schuld sein, dass jemand seinen Arbeitsplatz verliert, weil er zu lange im Headhunter Fragebogen geklickt hat.

Die Umfrage wird durch einfache Polls gestützt und ist mit vielen Möglichkeiten der Interaktion versehen, der Dialog ist uns das Wichtigste. Und damit nicht nur Geschäftsfreunde von ven*net international an der Umfrage teilnehmen, wird ein verschlüsselter Link (http://bit.ly/aF39OO) von einer Guerilla Marketing Agentur in soziale Netze gestreut.

Top Management und Social Media

Das Schlagwort Social Media ist in aller Munde. Facebook gewinnt rapide neue Mitglieder. Der Aufbruch in neue Welten wird aber sein wie immer: Management by Telefon. Der Top Manager hört das Stichwort “15 Millionen Menschen aus dem deutschsprachigen Raum  sind bei facebook”, greift reflexartig zum Telefonhörer und fragt seine Sekretärin oder einen Praktikanten “Sind wir denn schon bei facebook?”

Was dann kommt hat eine lange Tradition. Das Middle Management wird aktiv. Keiner weiß so recht warum, aber das Ziel ist klar: Wir müssen dabei sein.

Nur jeder zehnte Top Manager ist laut W&V selbst in sozialen Netzen aktiv. So verwundert es also nicht, dass es kaum Social Media Strategien gibt. Die PR Abteilung übernimmt also qua Texte schreiben strategische Funktionen. Nur ein Drittel aller deutschen Firmen haben eine Social Media Strategie.

Social Media kompatible Manager sind also eindeutig Mangelware auf dem deutschen Markt. Die Frage an dieser Stelle: wie viel Social Media braucht eine Headhunting Company? Muss sie twittern? Wer folgt einer Headhunter Fanseite auf Facebook und “outet” sich somit für seinen Arbeitgeber? Ist es als Headhunter seriös, wenn man auf facebook Kandidaten sucht? Kann man sich mit einem Headhunter auf XING verlinken?

Social Media Strategien für Headhunter Firmen sind sicherlich vielschichtiger als bei anderen Marken. Einerseits muss sich ein Headhunter dort bewegen, wo sich auch der Markt befindet, andererseits darf der Pfad zwischen Seriosität und Kreativität nicht verlassen werden.

Was in der Social Media Strategie sicherlich nicht fehlen sollte, ist ein RSS Feed. Hier können sich Kunden dezent über neue Trends und Kandidaten über neue Positionen informieren.

Startschuss für das erster Open Innovation Projekt

Im klassischen Headhunting Business bekommt der Headhunter  das Briefing von seinem Kunden und begibt sich dann auf die Jagd. Weil der Headhunter den Markt kennt, identifiziert er mögliche Kandidaten und präsentiert sie dem Kunden (auf die Analystetage von ven*net wird hier nicht vertiefend eingegangen).

In Open Innovation Prozessen stellt man die Welt auf den Kopf, nicht die kleine ausgewählte Forschungsgruppe steht im Mittelpunkt, sondern das gesamte Universum wird zur “Zielgruppe”.

Open Innovation darf man sich also nicht erklären lassen, man muss es spüren, man muss mitmachen. Aus diesem Grund sind wir seit gestern Mitmacher. Wir jagen nicht den Kandidaten, wir jagen dem besten Chutney des Landes nach, wir sind nun Mitglied in der Open Innovation Gruppe auf Facebook:

http://apps.facebook.com/unseraller/

Normalerweise testet man Software, bevor man an den Start geht. Unsere Kooperationspartner (innosabi, eine innovative Technologie Schmiede und eine Guerilla Marketing Agentur) haben sich  jedoch entschlossen, gemäß der Open Innovation “Tradition” bereits die Beta Version an den Start zu bringen und Meinungen und Feelings einzuholen.

Am Dienstag fiel der Startschuss mit einer Eröffnungsparty in den Räumen von innosabi (Events und persönlicher Austausch sind wesentliche Bestandteile von Open Innovation Prozessen). Das erste Open Innovation Projekt startet mit Fernsehkoch Bernd Arold: Gesucht wird das beste Chutney des Landes.

Facebook User werden aufgefordert, ihre Wünsche und Ideen einzubringen – Marktforschung mit Mund-zu-Mund-Propaganda und spielerischen Elementen, Kommunikation der zeitgemäßen Art.

Damit das Projekt geschmacklich nicht aus dem Ruder läuft, wacht Bernd Arold als Profi über die Vorschläge der Teilnehmer und selbsverständlich wird er sich auch kochen. Der beste Vorschlag wird dann in seinem Restaurant Der Gesellschaftsraum auf der Karte zu finden sein.

Kurz nach dem Startschuss wurde bereits heftig diskutiert. Die Kombinationen Ingwer/Minze lag deutlich vorne, dicht gefolgt von einer zimtigen Zwetschgen Variante. Erstes Fazit: Open Innovation Marketing macht Spaß, ist kommunikativ und in diesem Fall auch extrem lecker…

Open Innovation Management

In Krisenzeiten klammern sich General Manager und Marketing Profis gerne an neue Schlagworte wie “Social Media” oder “Open Innovation”. Letzteres ist im deutschen Markt jedoch noch weitgehend unbekannt und so soll es an dieser Stelle aufgegriffen und diskutiert werden.

Stellen Sie sich hinten an und zahlen Sie das Doppelte! Der Endverbraucher kennt diesen Slogan schon lange und wehrt sich gelegentlich, indem er von einem Übel zum Nächsten wechselt – das sind dann die Momente, in denen 1&1 eine neue Werbekampagne benötigt, weil man es einfach übertrieben hat.

Warum sich aber ein Marketingleiter ebenfalls hinten anstellt und bereitwillig das Doppelte für eine halbe Leistung bezahlt kann nur erahnt werden. Sicherlich sind es die bekannten Konzern Schemata, die zu seiner Bewertung herangezogen werden und da ist allzu innovatives Handeln mitunter karriereabträglich. Es wird also gerne zu alt Bewährtem zurückgegriffen: ein halbes Kilo TV-Werbung in Kombination mit 150g Außenwerbung und  250g Online und wenn noch etwas im Töpfchen ist, dann machen wir noch 50g Print.

Seit das neue Zauberwort „social media“ durch die Reihen geistert wird es oft fälschlich übersetzt mit: „wir sparen Marketing Budgets und machen facebook“ – will heißen, man nimm zwei Studentinnen á 400 Euro und lässt sie fröhlich Fan-Seiten eröffnen und wenn das Experiment aus welchen Gründen auch immer in die Hose geht, dann zieht man wie im Fall Kitkat den Kopf ein und sitzt es aus…

Warum aber, so fragt man sich, kombiniert niemand zwei Zauberwörter und macht aus 1+1=3 ? Zauberwort eins: „social media“ und Zauberwort zwei: „open innovation“ ergibt unterm Strich nicht 2, sondern 10, wenn man etwas von Menschen und Marketing versteht, denn so mancher Marketingleiter vergisst, dass es Menschen sind, die er zu erreichen versucht.

Qua Definition ist Open Innovation die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen. Dies bedeutet die aktive strategische Nutzung der Unternehmensumwelt zur Vergrößerung des eigenen Innovationspotentials. Gassmann und Enkel kategorisieren hierbei in drei Kern-Prozesse (auf die Mischform wird hier jedoch nicht eingegangen): Den Outside-In-Prozess und den  Inside-Out-Prozess.

Der Outside-In-Prozess kann zurückgeführt werden auf Lead-User-Methodik, i.e. die Einbeziehung besonders fortschrittlicher Verbraucher in die Entwicklung neuer Produkte (vgl. Hippel, E. v. (1986): Lead Users. A Source of novel product concepts, in: Management Science, Vol. 32, S. 791-805 und ausführlich: Hippel, E. v. (2005): Democratizing Innovation, Boston, Mass./London: MIT Press).

Im Gegensatz hierzu bedeutet der Inside-Out-Prozess die Externalisierung von internem Wissen, dieser Prozess soll an dieser Stelle jedoch nicht weiterverfolgt werden, vielmehr gilt es den Lead-User-Gedanken aufzugreifen und ihn in die Social Media Networking Welt zu transportieren. In den nächsten Tagen wird das Thema Open Innovation an dieser Stelle vertieft und praxisrelevant diskutiert.