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Social Media: Aufruf zum BP Boykott

Nach Nestlé bekommt nun auch BP eine Lehrstunde in Sachen Social Media. Nach der Ölkatastrophe wird BP nun nicht nur durch die amerikanische Regierung und Greenpeace unter Druck gesetzt, auch eine facebook Fanseite stellt den Konzern an den Pranger und ruft zum Boykott auf. 744.469 Fans zählt die Seite und die Tendenz ist stark steigend.

BP

Zwei Fragen, die sich aus Sicht eines Headhunters zu diesem Thema stellen: Würden Sie BP boykottieren? Und: Was würden Sie als Kommunikationsexperte tun?

Berufsbezeichnung: Something

Der Trend Redaktionen abzubauen ist unübersehbar. Die großen Verlage setzen auf Abbau der Fixkosten, auf Content Syndication und auf Nutzung von Synergien. Das jüngste Beispiel ist Burda, das Flaggschiff Focus bot 280 Mitarbeitern Abfindungen an.

Was aber macht ein Journalist, wenn er nicht schreiben kann? Er tut das, was er nebenbei ohnehin getan hat, er schreibt auf seinem eigenen Blog und reiht sich ein, in die Riege der Blogger, die ihm irgendwie aber auch am Stuhlbein gesägt hat, denn Blogs sind mittlerweile nun mal Meinungsbildner und oft genug auch Meinungsführer.

Was der Headhunter dann beobachten kann: Der Journalist zieht eine Tür weiter und geht zur PR Agentur bzw. eröffnet eine solche. Die Zahl kleiner PR Agenturen nimmt auffallend schnell zu. Der Atomiserungsprozess ist dabei aus zwei Seiten zu beobachten:  Zum einen  wechselt wie gerade beschrieben der Journalist auf die Agenturseite, zum anderen schlägt aber auch die Gehaltspolitik der PR Agenturen zu und fordert personelle Opfer. Nicht selten war es in den vergangenen Jahren zu beobachten, das junge Mitarbeiter von namhaften PR Agenturen ihr „Hobby“ durch einen Nebenjob in Kneipe oder Taxi finanzieren mussten, da die Gehälter in den unteren Bereichen als homöopathisch zu bezeichnen sind. Aus Kundensicht dramatisch, denn der Kunde bezahlt den Agentur Chef, von dem er zu Beginn der Geschäftsbeziehung betreut wird und mit dem er dann noch einmal groß zum Essen geht, bevor der Juniorberater die Kundenbeziehung übernimmt, die er dann natürlich mitnimmt, wenn er seine eigene kleine Agentur gründet.

Bis hierhin könnte man die Verschmelzung mit einer neuen Berufsbezeichnung als der „PR-Journalist“ kategorisieren. Nun aber kommt ein neues Element dazu: Social Media. Wer schreibt hat Text und die kann er auch in facebook Gruppen einstellen, so die landläufige Meinung in vielen Konzernen. Zwei Drittel aller Konzerne folgt diesem Denken und hat demzufolge keine Kommunikationsstrategie. Der „PR-Jounalist“ wird demzufolge zum „Social-PR-Journalist“ und stellt seine Texte nun auch in facebook Gruppen. Vereinzelt konnten auch Phänomene beobachtet werden, dass eine „Social-PR-Journalistin“ auch gleich zur rechten Hand des Unternehmers mutierte oder in einem anderen Fall entstand eine „Social-PR-Marketing-Journalistin“.


Berufsbezeichnung: Something. Irgendwie alles und alles irgendwie Kommunikation.

Was bei dieser Berufsabezeichnung allerdings untergeht ist die Tatsache, dass Social Media dummerweise mehr als nur nette Texte bedeutet. Der extrem effiziente Bereich der Apps ist hierbei komplett ausgeklammert, für ein professionelle Monitoring bleibt keine Zeit, der Multiplikator “Vernetzung” bleibt außen vor und Strategie ist nicht existent.


Kommunikation: Gedanken zum Wochenende

In den letzten Tagen konnte man sehen, dass der Ölkonzern BP Suchmaschinentreffer gegen den Imageverlust kauft, der aus der Ölkatastrophe entstanden ist. PR Spezialisten und besonders solche, die Krisenmanagenent beherrschen, sind in solchen Fällen sehr gefragt.

Anders als BP, die ihre Kommunikationskrise aktiv angehen, hat Nestlé beschlossen, die Krise, die im Fall KitKat entstanden ist, auszusitzen. In der facebook Gruppe (die man zuvor noch in einem Akt der Verzweiflung geschlossen hatte) wird es mittlerweile ruhig. Greenpeace hat sich anscheinend neue Kriegsschauplätze gesucht – es tauchen nur vereinzelt Postings von Aktivisten auf.

Nestlé hat die Aktion also erfolgreich ausgesessen. Passend zu einem Pausensnack wird nun diskutiert, ob die Vuvuzelas auch mal Pause machen sollen, weil sie zu laut sind. Erfolgreich scheint auch die Strategie zu sein, alte Werbespots zu präsentieren, die den User durch witzige Machart zum Schmunzeln bringen.

Die Frage, die uns als Headhunter interressiert: Wie gehen die Kommunikationsspezialisten, mit denen wir reden mit solchen Themen um? Wir wollen als Headhunter diesmal keinen Lebenslauf, sondern eine Meinung.

Wir freuen uns auf den Dialog mit PR- und Kommunikationsprofis!