Artikel-Schlagworte: „Social Media Strategie“
Berufsbezeichnung: Something
Der Trend Redaktionen abzubauen ist unübersehbar. Die großen Verlage setzen auf Abbau der Fixkosten, auf Content Syndication und auf Nutzung von Synergien. Das jüngste Beispiel ist Burda, das Flaggschiff Focus bot 280 Mitarbeitern Abfindungen an.
Was aber macht ein Journalist, wenn er nicht schreiben kann? Er tut das, was er nebenbei ohnehin getan hat, er schreibt auf seinem eigenen Blog und reiht sich ein, in die Riege der Blogger, die ihm irgendwie aber auch am Stuhlbein gesägt hat, denn Blogs sind mittlerweile nun mal Meinungsbildner und oft genug auch Meinungsführer.
Was der Headhunter dann beobachten kann: Der Journalist zieht eine Tür weiter und geht zur PR Agentur bzw. eröffnet eine solche. Die Zahl kleiner PR Agenturen nimmt auffallend schnell zu. Der Atomiserungsprozess ist dabei aus zwei Seiten zu beobachten: Zum einen wechselt wie gerade beschrieben der Journalist auf die Agenturseite, zum anderen schlägt aber auch die Gehaltspolitik der PR Agenturen zu und fordert personelle Opfer. Nicht selten war es in den vergangenen Jahren zu beobachten, das junge Mitarbeiter von namhaften PR Agenturen ihr „Hobby“ durch einen Nebenjob in Kneipe oder Taxi finanzieren mussten, da die Gehälter in den unteren Bereichen als homöopathisch zu bezeichnen sind. Aus Kundensicht dramatisch, denn der Kunde bezahlt den Agentur Chef, von dem er zu Beginn der Geschäftsbeziehung betreut wird und mit dem er dann noch einmal groß zum Essen geht, bevor der Juniorberater die Kundenbeziehung übernimmt, die er dann natürlich mitnimmt, wenn er seine eigene kleine Agentur gründet.
Bis hierhin könnte man die Verschmelzung mit einer neuen Berufsbezeichnung als der „PR-Journalist“ kategorisieren. Nun aber kommt ein neues Element dazu: Social Media. Wer schreibt hat Text und die kann er auch in facebook Gruppen einstellen, so die landläufige Meinung in vielen Konzernen. Zwei Drittel aller Konzerne folgt diesem Denken und hat demzufolge keine Kommunikationsstrategie. Der „PR-Jounalist“ wird demzufolge zum „Social-PR-Journalist“ und stellt seine Texte nun auch in facebook Gruppen. Vereinzelt konnten auch Phänomene beobachtet werden, dass eine „Social-PR-Journalistin“ auch gleich zur rechten Hand des Unternehmers mutierte oder in einem anderen Fall entstand eine „Social-PR-Marketing-Journalistin“.
Berufsbezeichnung: Something. Irgendwie alles und alles irgendwie Kommunikation.
Was bei dieser Berufsabezeichnung allerdings untergeht ist die Tatsache, dass Social Media dummerweise mehr als nur nette Texte bedeutet. Der extrem effiziente Bereich der Apps ist hierbei komplett ausgeklammert, für ein professionelle Monitoring bleibt keine Zeit, der Multiplikator “Vernetzung” bleibt außen vor und Strategie ist nicht existent.
Top Management und Social Media
Das Schlagwort Social Media ist in aller Munde. Facebook gewinnt rapide neue Mitglieder. Der Aufbruch in neue Welten wird aber sein wie immer: Management by Telefon. Der Top Manager hört das Stichwort “15 Millionen Menschen aus dem deutschsprachigen Raum sind bei facebook”, greift reflexartig zum Telefonhörer und fragt seine Sekretärin oder einen Praktikanten “Sind wir denn schon bei facebook?”
Was dann kommt hat eine lange Tradition. Das Middle Management wird aktiv. Keiner weiß so recht warum, aber das Ziel ist klar: Wir müssen dabei sein.
Nur jeder zehnte Top Manager ist laut W&V selbst in sozialen Netzen aktiv. So verwundert es also nicht, dass es kaum Social Media Strategien gibt. Die PR Abteilung übernimmt also qua Texte schreiben strategische Funktionen. Nur ein Drittel aller deutschen Firmen haben eine Social Media Strategie.
Social Media kompatible Manager sind also eindeutig Mangelware auf dem deutschen Markt. Die Frage an dieser Stelle: wie viel Social Media braucht eine Headhunting Company? Muss sie twittern? Wer folgt einer Headhunter Fanseite auf Facebook und “outet” sich somit für seinen Arbeitgeber? Ist es als Headhunter seriös, wenn man auf facebook Kandidaten sucht? Kann man sich mit einem Headhunter auf XING verlinken?
Social Media Strategien für Headhunter Firmen sind sicherlich vielschichtiger als bei anderen Marken. Einerseits muss sich ein Headhunter dort bewegen, wo sich auch der Markt befindet, andererseits darf der Pfad zwischen Seriosität und Kreativität nicht verlassen werden.
Was in der Social Media Strategie sicherlich nicht fehlen sollte, ist ein RSS Feed. Hier können sich Kunden dezent über neue Trends und Kandidaten über neue Positionen informieren.