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Twittern für Manager
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Müssen Manager twittern? Sicherlich nicht zwingend, aber sie sollten wissen, was twittern ist und wie man Twitter im Business nutzen kann. Der Autor Norbert Schuster führt Manager mit seinem neuen Buch „Twittern für Manager“ an die Thematik heran und widerlegt den Einwand, dass nur Freaks twittern un dann auch nur dekontextuierte Nachrichten wie “ich gehn dann mal einen Kaffee trinken”.
Viele der Experimentierfreudigen, die Twitter ausprobieren möchten, kommen über die Anmeldung und einen Test-Tweet nicht hinweg. Viele versuchen es gar nicht erst und verpassen damit vielleicht eine Chance ihr Unternehmen oder ihre Person im Internet darzustellen.
Müssen Manager twittern? Das kann man mit Bestimmtheit erst sagen, wenn Twitter so zum Standard-Tool im Geschäftsleben geworden ist, wie das Internet oder eMail. Oder wenn der Wettbewerb erfolgreich twittert. Das Buch von Norbert Schuster stellt Twitter einfach und mit vielen Tipps aus der Praxis vor. Es ist aber nicht nur ein Buch für Manager, sondern für alle, die sich für den Einsatz von Twitter im Unternehmensbereich interessieren.
Twittern auch für Headhunter? Ein Blick in den eigenen Twitter Account und zum Wettberwerb zeigt, dass niemand sich gerne outet und einem Headhunter bei facebook oder twitter folgt. Oder etwa doch??
Social Media: Aufruf zum BP Boykott
Nach Nestlé bekommt nun auch BP eine Lehrstunde in Sachen Social Media. Nach der Ölkatastrophe wird BP nun nicht nur durch die amerikanische Regierung und Greenpeace unter Druck gesetzt, auch eine facebook Fanseite stellt den Konzern an den Pranger und ruft zum Boykott auf. 744.469 Fans zählt die Seite und die Tendenz ist stark steigend.

Zwei Fragen, die sich aus Sicht eines Headhunters zu diesem Thema stellen: Würden Sie BP boykottieren? Und: Was würden Sie als Kommunikationsexperte tun?
Berufsbezeichnung: Something
Der Trend Redaktionen abzubauen ist unübersehbar. Die großen Verlage setzen auf Abbau der Fixkosten, auf Content Syndication und auf Nutzung von Synergien. Das jüngste Beispiel ist Burda, das Flaggschiff Focus bot 280 Mitarbeitern Abfindungen an.
Was aber macht ein Journalist, wenn er nicht schreiben kann? Er tut das, was er nebenbei ohnehin getan hat, er schreibt auf seinem eigenen Blog und reiht sich ein, in die Riege der Blogger, die ihm irgendwie aber auch am Stuhlbein gesägt hat, denn Blogs sind mittlerweile nun mal Meinungsbildner und oft genug auch Meinungsführer.
Was der Headhunter dann beobachten kann: Der Journalist zieht eine Tür weiter und geht zur PR Agentur bzw. eröffnet eine solche. Die Zahl kleiner PR Agenturen nimmt auffallend schnell zu. Der Atomiserungsprozess ist dabei aus zwei Seiten zu beobachten: Zum einen wechselt wie gerade beschrieben der Journalist auf die Agenturseite, zum anderen schlägt aber auch die Gehaltspolitik der PR Agenturen zu und fordert personelle Opfer. Nicht selten war es in den vergangenen Jahren zu beobachten, das junge Mitarbeiter von namhaften PR Agenturen ihr „Hobby“ durch einen Nebenjob in Kneipe oder Taxi finanzieren mussten, da die Gehälter in den unteren Bereichen als homöopathisch zu bezeichnen sind. Aus Kundensicht dramatisch, denn der Kunde bezahlt den Agentur Chef, von dem er zu Beginn der Geschäftsbeziehung betreut wird und mit dem er dann noch einmal groß zum Essen geht, bevor der Juniorberater die Kundenbeziehung übernimmt, die er dann natürlich mitnimmt, wenn er seine eigene kleine Agentur gründet.
Bis hierhin könnte man die Verschmelzung mit einer neuen Berufsbezeichnung als der „PR-Journalist“ kategorisieren. Nun aber kommt ein neues Element dazu: Social Media. Wer schreibt hat Text und die kann er auch in facebook Gruppen einstellen, so die landläufige Meinung in vielen Konzernen. Zwei Drittel aller Konzerne folgt diesem Denken und hat demzufolge keine Kommunikationsstrategie. Der „PR-Jounalist“ wird demzufolge zum „Social-PR-Journalist“ und stellt seine Texte nun auch in facebook Gruppen. Vereinzelt konnten auch Phänomene beobachtet werden, dass eine „Social-PR-Journalistin“ auch gleich zur rechten Hand des Unternehmers mutierte oder in einem anderen Fall entstand eine „Social-PR-Marketing-Journalistin“.
Berufsbezeichnung: Something. Irgendwie alles und alles irgendwie Kommunikation.
Was bei dieser Berufsabezeichnung allerdings untergeht ist die Tatsache, dass Social Media dummerweise mehr als nur nette Texte bedeutet. Der extrem effiziente Bereich der Apps ist hierbei komplett ausgeklammert, für ein professionelle Monitoring bleibt keine Zeit, der Multiplikator “Vernetzung” bleibt außen vor und Strategie ist nicht existent.
Social Media Umfrage
Es ist nichts Neues, dass Plattformen wie Xing zur Rekrutierung von Arbeitskräften herangezogen werden ebenso wenig wie die Tatsache, dass solche Plattformen dem einen oder anderen Arbeitnehmer aufgrund unvorsichtiger Postings oder dem einen falschen Foto den Job gekostet haben. Neu mag es sein, dass ein Headhunter mit Umfragen startet, um ein Stimmungsbarometer der Social Media Welt zu erstellen.
Damit die Befragung nicht ermüdet, wird sie in mehrere Wellen untergliedert. Kurz und knapp, schließlich wollen wir ja auch nicht Schuld sein, dass jemand seinen Arbeitsplatz verliert, weil er zu lange im Headhunter Fragebogen geklickt hat.
Die Umfrage wird durch einfache Polls gestützt und ist mit vielen Möglichkeiten der Interaktion versehen, der Dialog ist uns das Wichtigste. Und damit nicht nur Geschäftsfreunde von ven*net international an der Umfrage teilnehmen, wird ein verschlüsselter Link (http://bit.ly/aF39OO) von einer Guerilla Marketing Agentur in soziale Netze gestreut.
Top Management und Social Media
Das Schlagwort Social Media ist in aller Munde. Facebook gewinnt rapide neue Mitglieder. Der Aufbruch in neue Welten wird aber sein wie immer: Management by Telefon. Der Top Manager hört das Stichwort “15 Millionen Menschen aus dem deutschsprachigen Raum sind bei facebook”, greift reflexartig zum Telefonhörer und fragt seine Sekretärin oder einen Praktikanten “Sind wir denn schon bei facebook?”
Was dann kommt hat eine lange Tradition. Das Middle Management wird aktiv. Keiner weiß so recht warum, aber das Ziel ist klar: Wir müssen dabei sein.
Nur jeder zehnte Top Manager ist laut W&V selbst in sozialen Netzen aktiv. So verwundert es also nicht, dass es kaum Social Media Strategien gibt. Die PR Abteilung übernimmt also qua Texte schreiben strategische Funktionen. Nur ein Drittel aller deutschen Firmen haben eine Social Media Strategie.
Social Media kompatible Manager sind also eindeutig Mangelware auf dem deutschen Markt. Die Frage an dieser Stelle: wie viel Social Media braucht eine Headhunting Company? Muss sie twittern? Wer folgt einer Headhunter Fanseite auf Facebook und “outet” sich somit für seinen Arbeitgeber? Ist es als Headhunter seriös, wenn man auf facebook Kandidaten sucht? Kann man sich mit einem Headhunter auf XING verlinken?
Social Media Strategien für Headhunter Firmen sind sicherlich vielschichtiger als bei anderen Marken. Einerseits muss sich ein Headhunter dort bewegen, wo sich auch der Markt befindet, andererseits darf der Pfad zwischen Seriosität und Kreativität nicht verlassen werden.
Was in der Social Media Strategie sicherlich nicht fehlen sollte, ist ein RSS Feed. Hier können sich Kunden dezent über neue Trends und Kandidaten über neue Positionen informieren.
Startschuss für das erster Open Innovation Projekt
Im klassischen Headhunting Business bekommt der Headhunter das Briefing von seinem Kunden und begibt sich dann auf die Jagd. Weil der Headhunter den Markt kennt, identifiziert er mögliche Kandidaten und präsentiert sie dem Kunden (auf die Analystetage von ven*net wird hier nicht vertiefend eingegangen).
In Open Innovation Prozessen stellt man die Welt auf den Kopf, nicht die kleine ausgewählte Forschungsgruppe steht im Mittelpunkt, sondern das gesamte Universum wird zur “Zielgruppe”.
Open Innovation darf man sich also nicht erklären lassen, man muss es spüren, man muss mitmachen. Aus diesem Grund sind wir seit gestern Mitmacher. Wir jagen nicht den Kandidaten, wir jagen dem besten Chutney des Landes nach, wir sind nun Mitglied in der Open Innovation Gruppe auf Facebook:
http://apps.facebook.com/unseraller/
Normalerweise testet man Software, bevor man an den Start geht. Unsere Kooperationspartner (innosabi, eine innovative Technologie Schmiede und eine Guerilla Marketing Agentur) haben sich jedoch entschlossen, gemäß der Open Innovation “Tradition” bereits die Beta Version an den Start zu bringen und Meinungen und Feelings einzuholen.
Am Dienstag fiel der Startschuss mit einer Eröffnungsparty in den Räumen von innosabi (Events und persönlicher Austausch sind wesentliche Bestandteile von Open Innovation Prozessen). Das erste Open Innovation Projekt startet mit Fernsehkoch Bernd Arold: Gesucht wird das beste Chutney des Landes.
Facebook User werden aufgefordert, ihre Wünsche und Ideen einzubringen – Marktforschung mit Mund-zu-Mund-Propaganda und spielerischen Elementen, Kommunikation der zeitgemäßen Art.
Damit das Projekt geschmacklich nicht aus dem Ruder läuft, wacht Bernd Arold als Profi über die Vorschläge der Teilnehmer und selbsverständlich wird er sich auch kochen. Der beste Vorschlag wird dann in seinem Restaurant Der Gesellschaftsraum auf der Karte zu finden sein.
Kurz nach dem Startschuss wurde bereits heftig diskutiert. Die Kombinationen Ingwer/Minze lag deutlich vorne, dicht gefolgt von einer zimtigen Zwetschgen Variante. Erstes Fazit: Open Innovation Marketing macht Spaß, ist kommunikativ und in diesem Fall auch extrem lecker…
1&1 – No Innovation @ all
“Open Your Mind” ist im Management kein neues Thema, ”Open Innovation” hingegen schon und das obwohl die Thematik seit dem Ende der 80er Jahre in den USA diskutiert wird (vgl. z.B. Hippel, E. v. (1986): Lead Users. A Source of novel product concepts, in: Management Science, Vol. 32, S. 791-805 und ausführlich: Hippel, E. v. (2005): Democratizing Innovation, Boston, Mass./London: MIT Press).
Open Innovation bedeutet die Öffnung des Innovationsprozesses unter Einbeziehung der Kunden und/oder Verbraucher. Nach Definition einer Social Media Marketing Agentur ist Open Innovation Marktforschung in Kombination mit Mund-zu-Mund-Propaganda und Event-Charakter. Der Kunde wird zum Markenbotschafter (gemacht). So weit die Theorie und nun zur Praxis. Als Praxisbesipiel wird hier 1&1 herangezogen.
1&1 versucht derzeit ansatzweise den verprellten Kunden wenn schon nicht zum Botschafter zu machen, dann zumindest zu befrieden. Allerdings eher agitatorisch als dialogisch: Mind Store Marketing hatte bereits 3 Anrufe (in Worten: drei). Bei 1&1 versucht man nicht wirklich das Produkt zu verbessern oder innovative Prozesse zu initiieren, sondern lediglich die Scharen von erbost abwandernden Kunden wieder einzufangen, die aufgrund übertriebener Abzocke gekündigt haben. Das 1&1 Schema ist dabei immer wieder das Selbe: „Können Sie uns sagen, was wir besser machen können“, säuselt eine (mittlerweile etwas besser geschulte) weibliche Stimme.
Die Antwort einer Guerilla Marketing Agentur: Ja, wir könnten, aber dafür nehmen wir Geld…!
Da 1&1 der Guerilla Marketing Agentur noch kein Honorar angeboten hat, hier also auch keine Handlungsanweisungen, aber dennoch einige Hinweise, warum Mind Store Marketing alle eigenen und Kunden Domains, DSL Leitungen und sonstigen Pakete bei 1&1 gekündigt hat:
Lieber Herr D´Avis, die Antworten auf die plumpen „Marktforschungsfragen“ geben Sie in Ihren TV-Spots selbst!
Über neun Jahre hatten die Spezialisten für Virales Marketing als 1&1-Kunden das Selbe Problem: Bitte sagen Sie uns Ihren Namen und Ihre Kundennummer … Mind Store Marketing, 1234567 … Ich wiederhole: Mind Store Marketing, 123456, ist das korrekt? … nein das ist nicht korrekt … bitte wiederholen Sie … Mind Store Marketing, 1234567 … ich wiederhole: Mind Store Marketing, 1234567 … korrekt wollen Sie einen DSL Anschluss, eine Domain oder haben Sie ein Frage zu Ihrer Rechnung … Domain … ich wiederhole: Domain. Ich werde Sie jetzt zu einem freien Kundendienstmitarbeiter verbinden….
Derzeit sind leider alle Kundendienstmitarbeiter in einem Gespräch. Wir verbinden Sie zum ersten freien Mitarbeiter. Bitte haben Sie noch etwas Geduld…. Derzeit sind leider alle Kundendienstmitarbeiter in einem Gespräch. Wir verbinden Sie zum ersten freien Mitarbeiter. Bitte haben Sie noch etwas Geduld…. Derzeit sind leider alle Kundendienstmitarbeiter in einem Gespräch. Wir verbinden Sie zum ersten freien Mitarbeiter. Bitte haben Sie noch etwas Geduld…. Derzeit sind leider alle Kundendienstmitarbeiter in einem Gespräch. Wir verbinden Sie zum ersten freien Mitarbeiter. Bitte haben Sie noch etwas Geduld….
Stunden später: Guten Tag, mein Name ist… was kann ich für sie tun? Sagen Sie mir bitte Ihren Namen und Ihre Kundennummer…. Spätestens an dieser Stelle kommt man sich echt verarscht vor und fragt sich, warum man seit einer halben Stunde mit einem Computer redet…
Es folgt: in 50 Prozent dann eine unbefriedigende Antwort und in 100 Prozent eine saftige Telefongebühr. Dies war die langjährige Strategie bei 1&1 und wehe, wenn man 1&1 aus beruflichen Gründen gewählt hatte und wehe wenn dann noch die Telefonanlage des Büros an dieser Nadel hing…
Die Grünen, so konnte man vor Kurzem in den Nachrichten vernehmen, wollen gegen Wartezeiten bei Hotlines vorgehen. Sie vermuten dahinter ein Businessmodel. Diese Vermutung zeigt deutlich: die Grünen sind näher an der Politik als an der Wirtschaft, denn diejenigen die näher an der Wirtschaft sind, wissen schon länger, dass es bei vielen wie auch bei 1&1 ein lukratives Geschäft ist…
Und urplötzlich taucht bei 1&1 Herr D’Avis auf und sagt: ich hab schon im Schützengraben gelegen, hab die Telefonwählscheibe erfunden und JETZT WIRD ALLES BESSER…. Headline: Marcell D’Avis kümmert sich als neuer Leiter Kundenzufriedenheit bei 1&1 ab sofort um alle Kundenanliegen. Das bedeutet übersetzt: hier ist so viel schief gelaufen, dass das Top Management jetzt einen gelernten Marketingfachwirt in die erste Reihe setzt, um selbst aus der Schusslinie zu kommen, denn: der Fisch stinkt immer am Kopf und die Direktiven kommen immer von oben.
In einer offiziellen Pressemitteilung heisst es: „Montabaur, 25. Dezember 2009. Im neuen Jahr steht für die 1&1 Internet AG das Thema Service und Qualität im Mittelpunkt“. Bedeutet übersetzt: Bisher haben wir auf Qualität verzichtet und lieber unsere Kunden über den Tisch gezogen. Service gab es definitiv bei uns nicht.
Ein konkretes Beispiel: Wenn man bei 1&1 eine Domain angelegt hat, dann brauchte man fast jedes Mal zur Kündigung, weil der Begriff perfekt verborgen war, die oben zitierte Hotline. Wenn man dann gekündigt hat, wurde von 1&1 jedoch nur der Domainname an die Denic zurückgegeben, der Webspace wurde nonchalant für weitere 6 Monate weiterberechnet. Wenn man so wie die Marketing Agentur über 60 Domains hat, die man als Landing Page für Guerilla Marketing Aktionen für Kunden braucht, dann kommen über die Zeit einige Euros zusammen. Und fast jedes Mal wurde der Webspace noch weiter berechnet…
Dummheit seitens der Guerilla Marketing Agentur, ja – aber der vorgegebene Dschungel-Pfad seitens 1&1 hatte System. Die Lösung: Provider wechseln. Es gibt auch faire Provider. Es gibt auch Provider mit übersichtlichen Kundentools und wenn man dort anruft, dann ist ein echter Mitarbeiter und kein gelangweilter Call Center Agent mit vorgeschaltetem Computer am Telefon.
Beispiel DSL: Als Mind Store Marketing vor neun Jahren gegründet wurde, waren DSL Tarife noch recht teuer. Auf die Frage, ob man den Tarif wechseln könne folgt die pampige Antwort von 1&1: geht nicht, aber in 1 1/4 Jahren läuft ihr Vertrag aus und dann können Sie ja kündigen (wahlweise stellen wir um, aber knebeln sie weitere 2 Jahre). Ergebnis: Man kündigt SOFORT, damit der Termin in 1 1/4 Jahren auf keinen Fall vergessen wird und plötzlich, oh Wunder, kommen alle 3 Wochen neue Angebote, die weit unter erwarteten Preis sind. Neukunden sind also wichtig, Alt-Kunden zählen nicht….
Und nun also Herr D’Avis. Er ist der personifizierte Beweis, dass man mit der Abzock-Politik gegen die Wand gefahren ist. Die Kunden wollen sich nicht länger von unmotivierten Callcenter Agenten vertrösten oder beschimpfen lassen und wenn man schon im Werbespot unterstreicht, dass JETZT alles kostenlos ist, dann kann man ahnen, in welchem Umfang der Kunde bisher ausgepresst wurde wie eine Zitrone…
Und wenn man unterstreicht, dass man JETZT Service bietet und Herrn D’Avis in die Wohnzimmer schickt, dann kann man ahnen, wie verbrannt die Erde in Montabaur ist. Die Formulierung „jetzt warten Sie nicht mehr in teuren Warteschlagen“ bedeutet übersetzt: „Wir haben übertrieben und setzen die Abzocke kurzfristig aus“. In einem weiteren Spot sagt der mediale Prügelknabe von 1&1 „jetzt keine Vertragsbindung mehr“ was übersetzt bedeutet, dass man jahrelang den Kunden in Knebelverträge getrieben hat und dass man auch mit dem miesesten Trick die endgültige Abwanderung nicht mehr verhindern kann.
Mind Store Marketing hat beschlossen, dass Herr D’Avis deutlich zu spät kommt. ALLE Domains (es waren über 60) und auch den DSL Anschluss gekündigt. Zum 31.12.2009 erreichte uns nämlich noch die vorletzte Rechnung zu einer gekündigten Domain: der im Mailpaket enthaltene Virenscanner wird noch 6 Monate weiterberechnet…
Ende Juli 2010, man zählt die Tage und dann: ENDLICH FREI und gerne zahlt die Guerilla Marketing Agentur auch pro Monat mehr, damit man NIE WIEDER in die 1&1 Warteschlange gerät.
Nachtrag: Damit die Welt erfährt, was die Guerilla Marketing Agentur von 1&1 hält, ist sie der 1&1 facebook Gruppe beigetreten – den „gefällt mir“ Button zu drücken fiel allerdings echt schwer!
Die 1&1 facebook Gruppe zeigt, dass der Beliebtheitsgrad von 1&1 mit ca. 1.300 Fans nicht besonders hoch ist. Schaut man sich vergleichbare Marken mit TV Werbepräsenz an, so wird deutlich: die facebook Gruppe dient wie alle Maßnahmen lediglich der Schadensminimierung. Die Guerilla Marketing Agentur posted den vorliegenden Beitrag, um zu sehen, wie die Reaktion des Konzerns ist.
Erstes Fazit: Ein dümmlicher Kommentar eines Strohmannes und der Ausschluss aus der Gruppe. Um ein deutliches “Goodbye” zu hinterlassen, muss ein zweites Mal mit großer Abneigung “gefällt mir ” geklickt werden. Phase zwei: Lob eines weiteren Gruppenmitglieds, der Strohmann gibt klein bei. Happy End: Austritt aus der Facebook Gruppe.
Aus Sicht des Headhunters ergibt sich abschließend die Schlussfolgerung, dass Social Media Networks das klassische Management schnell überfordern. Klassische PR reicht nicht aus, auf Verbraucherströmungen in Social Media Networks zu reagieren. Zudem sollte das Top Management zu seinen Fehlern stehen und nicht das Middle Management in Form von Herrn D’Avis und weiteren Strohmännern vorschieben. Fazit: Neue Manager braucht das Land – vernetzt Denkende, sozial kompetente, denen der Themenkomplex Unternehmensethik nicht fremd ist.
Open Innovation Management
In Krisenzeiten klammern sich General Manager und Marketing Profis gerne an neue Schlagworte wie “Social Media” oder “Open Innovation”. Letzteres ist im deutschen Markt jedoch noch weitgehend unbekannt und so soll es an dieser Stelle aufgegriffen und diskutiert werden.
Stellen Sie sich hinten an und zahlen Sie das Doppelte! Der Endverbraucher kennt diesen Slogan schon lange und wehrt sich gelegentlich, indem er von einem Übel zum Nächsten wechselt – das sind dann die Momente, in denen 1&1 eine neue Werbekampagne benötigt, weil man es einfach übertrieben hat.
Warum sich aber ein Marketingleiter ebenfalls hinten anstellt und bereitwillig das Doppelte für eine halbe Leistung bezahlt kann nur erahnt werden. Sicherlich sind es die bekannten Konzern Schemata, die zu seiner Bewertung herangezogen werden und da ist allzu innovatives Handeln mitunter karriereabträglich. Es wird also gerne zu alt Bewährtem zurückgegriffen: ein halbes Kilo TV-Werbung in Kombination mit 150g Außenwerbung und 250g Online und wenn noch etwas im Töpfchen ist, dann machen wir noch 50g Print.
Seit das neue Zauberwort „social media“ durch die Reihen geistert wird es oft fälschlich übersetzt mit: „wir sparen Marketing Budgets und machen facebook“ – will heißen, man nimm zwei Studentinnen á 400 Euro und lässt sie fröhlich Fan-Seiten eröffnen und wenn das Experiment aus welchen Gründen auch immer in die Hose geht, dann zieht man wie im Fall Kitkat den Kopf ein und sitzt es aus…
Warum aber, so fragt man sich, kombiniert niemand zwei Zauberwörter und macht aus 1+1=3 ? Zauberwort eins: „social media“ und Zauberwort zwei: „open innovation“ ergibt unterm Strich nicht 2, sondern 10, wenn man etwas von Menschen und Marketing versteht, denn so mancher Marketingleiter vergisst, dass es Menschen sind, die er zu erreichen versucht.
Qua Definition ist Open Innovation die Öffnung des Innovationsprozesses von Unternehmen. Dies bedeutet die aktive strategische Nutzung der Unternehmensumwelt zur Vergrößerung des eigenen Innovationspotentials. Gassmann und Enkel kategorisieren hierbei in drei Kern-Prozesse (auf die Mischform wird hier jedoch nicht eingegangen): Den Outside-In-Prozess und den Inside-Out-Prozess.
Der Outside-In-Prozess kann zurückgeführt werden auf Lead-User-Methodik, i.e. die Einbeziehung besonders fortschrittlicher Verbraucher in die Entwicklung neuer Produkte (vgl. Hippel, E. v. (1986): Lead Users. A Source of novel product concepts, in: Management Science, Vol. 32, S. 791-805 und ausführlich: Hippel, E. v. (2005): Democratizing Innovation, Boston, Mass./London: MIT Press).
Im Gegensatz hierzu bedeutet der Inside-Out-Prozess die Externalisierung von internem Wissen, dieser Prozess soll an dieser Stelle jedoch nicht weiterverfolgt werden, vielmehr gilt es den Lead-User-Gedanken aufzugreifen und ihn in die Social Media Networking Welt zu transportieren. In den nächsten Tagen wird das Thema Open Innovation an dieser Stelle vertieft und praxisrelevant diskutiert.
Englisch wird die Arbeitssprache
Englisch wird die Arbeitssprache, postuliert der neue EU-Kommissar Günther Oettinger und geht mit gutem Beispiel voran:
Fazit: Oettinger can reach Westerwave the water.
Abmahnungen statt Nachdenken
Auch wenn Headhunter normalerweise nicht aktiv in Marketing- und PR-Themen involviert sind, wollen wir uns aus gegebenem Anlass in ein PR-Thema bzw. Management-Thema einschalten.
Aus Solidarität mit abgemahnten Hausfrauen und Bastlern setzen wir einen Solidaritätslink zu werbeblogger, die den Abmahnwahnsinn von Jack Wolfskin anprangern.
Wer sich als führende Outdoor Marke bezeichnet, sollte auch im Verhalten führend und vorbildlich sein!
Fazit: Schlechte Schulnote in Sachen Social Media, schlechte Noten für das Management. UND: Wir bringen jetzt ALLE unsere Outdoor Klamotten von Jack Wolfskin zur ALTKLEIDERSAMMLUNG und werden sie umgehend durch Konkurrenzprodukte ersetzen!
Wir zeigen Jack Wolfskin hiermit offiziell die Stinke-Pfote und empfehlen deutlich: Outplacement wegen fehlender Weitsicht und Neubesetzung der fraglichen Stellen.
Auch Jack Wolfskin kann sich nur die besten leisten!
Internet-Manifest
Nachfolgend das Internet Manifest mit freundlicher Genehmigung von Stefan Niggemeier. Da wir uns als Headhunter und HR Berater im Medienbereich bewegen, freuen wir uns auf eine rege Diskussion.
Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.
1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.
2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.
3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.
4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.
5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.
6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.
7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.
8. Links lohnen, Zitate zieren.
Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.
9. Das Internet ist der neue Ort für den politschen Diskurs.
Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.
10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.
11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren
13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.
14. Das Internet kennt viele Währungen.
Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.
15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.
16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.
17. Alle für alle.
Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die „Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.
Internet, 07.09.2009
Markus Beckedahl
Mercedes Bunz
Julius Endert
Johnny Haeusler
Thomas Knüwer
Sascha Lobo
Robin Meyer-Lucht
Wolfgang Michal
Stefan Niggemeier
Kathrin Passig
Janko Röttgers
Peter Schink
Mario Sixtus
Peter Stawowy
Fiete Stegers
